mama kinder vorlesen

Bücher habe ich immer geliebt. Warum ich diese Liebe mit meinen Kindern teilen möchte, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag. Außerdem gebe ich euch meine Top 5 Tipps, wie es gelingen kann euren Kindern das Lesen schmackhaft zu machen. Als kleines Extra habe ich einen simplen und doch genialen Praxistipp.

 

Wie Bücher mein Leben beeinflusst haben


Schon als Kind habe ich in jeder freien Minute gelesen. Dabei war ich dermaßen vertieft, dass ich kaum bemerkt habe, wenn ich angesprochen wurde. Den Sammelband von Hanni und Nanni, geschrieben von der bekannten Enid Blyton, habe ich förmlich verschlungen. In die dramatische Welt von Anna Ballerina bin ich voll eingetaucht, die im späteren Film von Silvia Seidel dargestellt wurde. Kein Zufall also, dass ich sowohl Ballett getanzt als auch das Mädcheninternat besucht habe, wie die Zwillingsschwestern Hanni und Nanni. Es folgte die komplette Buchreihe von TKKG. Dank einer gut bestückten Schülerbücherei gab es reichlich Auswahl. Dort traf man mich für gewöhnlich auch in den Schulpausen an.

 

Welche Rolle das Vorlesen in unserer Familie spielt


Beim Vorlesen gelingt mir, was mir im Trubel des Alltags oft schwer fällt – achtsam im Moment zu sein. Lesen ermöglicht Erwachsenen und Kindern Entspannung „auf Knopfdruck“. Meine Kinder Jonas (7 Jahre) und Leonie (2 Jahre) drehen am Abend nochmal so richtig auf. Wie kann ich ihnen als Mama dabei helfen runterzufahren? Wie kann ich es ihnen erleichtern sich vom aufregenden Tag zu verabschieden? Genau – Vorlesen ist der Schlüssel. Sobald wir uns aufs Sofa kuscheln, einer links und einer rechts, kehrt Ruhe ein. Es ist nicht verwunderlich, dass ich selbst schon bei den ersten Zeilen anfange zu gähnen.

 

Welchen Bezug meine Kinder zu Büchern haben


Wir sind froh, dass Jonas das Lesen leicht fällt und er sogar von sich aus zu Büchern greift. Das Regal ist gefüllt mit altersentsprechendem Lesefutter, das bei Bedarf ergänzt oder ausgetauscht wird. Dabei kaufen wir gerne auch gebrauchte Bücher. Hin und wieder liest Jonas seiner kleinen Schwester vor, ein herzzerreißender Anblick. Leonie fordert das Vorlesen mit den Worten „Mama, Buch anlesen!“ als Trostpflaster ein. Witzigerweise sagte mein Sohn schon damals „anlesen“ – eine Mischung aus vorlesen und anschauen.

 

Wie ihr eure Kinder fürs Lesen begeistern könnt 


1. Seid Vorbild

An dem Spruch „Kinder kommen selten auf andere Leute“ ist schon was dran, Stichwort Nachahmung. Als Lesemuffel ist es schwierig die eigenen Kinder fürs Lesen zu faszinieren. Umgekehrt gilt - wenn ihr selbst regelmäßig lest und euren Kindern die Freude am Lesen vorlebt, ist der Grundstein gelegt. Studien zeigen, dass Kinder von lesebegeisterten Eltern selbst regelmäßiger lesen und über einen größeren Wortschatz verfügen. Es fördert die Konzentration, Merkfähigkeit und Vorstellungskraft. Sogar auf die emotionale Entwicklung wirkt sich Lesen günstig aus, da Einfühlungsvermögen gefragt ist um in Geschichten einzutauchen.


2. Fangt früh an

Die natürliche Neugier im Kleinkindalter kann wunderbar genutzt werden, um Kinder an Bücher heranzuführen. Bereits Babys sind an Bilderbüchern interessiert, da sie hier viel Neues entdecken können. Ihr könnt ihnen Angebote machen, sie anregen und begleiten. Ich bin mir sicher, dass ihr die gemeinsame Zeit genießen werdet. Ganz nebenbei unterstützt ihr die sprachliche Entwicklung, indem ihr Bilder benennt oder ein Suchspiel daraus macht. Ihr könnt Dinge zuordnen, z. B. „Apfel und Birne sind Früchte“. Natürlich könnt ihr euch auch eure eigenen Geschichten zu den Bildern ausdenken. Je größer eure Kinder sind, umso mehr könnt ihr sie in diesen kreativen Prozess einbeziehen.


3. Macht ein Ritual daraus

Ob morgens, mittags oder abends, Vorlesen sollte ein fester Bestandteil eures Familienalltags sein. Schaut einfach, wie ihr es entspannt in eurem Tagesablauf unterbekommt und behaltet es bei. Überlegt auch, wer diese angenehme Aufgabe übernehmen soll. Es kann ein fester Elternteil sein, oder eine andere Bezugsperson eures Kindes. Ihr könnt es gemeinsam machen, euch abwechseln, auslosen oder auch das Kind wählen lassen. Apropos– mit abwechselndem Lesen könnt ihr eure Kinder Schritt für Schritt ermutigen selbst vorzulesen. Die von der Stiftung Lesen empfohlene Reihe Erst ich ein Stück, dann du greift dieses Konzept wunderbar auf.


4. Findet spannende Themen

Es gibt Bücher zu allen erdenklichen Themen, für sämtliche Altersklassen, mal mit mehr oder weniger Text und Bildern, mal dicker und mal dünner. Ihr findet Bücher mit Leserätseln und Spielen, die das Ganze auflockern. Der Markt ist voll, schaut euch am besten gemeinsam mit eurem Kind um. Schade ist, dass der Besuch von Buchhandlungen derzeit nicht möglich ist. Gerade dieses Stöbern, Entdecken, Anfassen und Rumblättern macht Kindern Freude. Bis die Türen der Buchhandlungen wieder geöffnet haben, sind Onlineshops zumindest eine Alternative. Die Stiftung Lesen bietet zudem eine geprüfte Sammlung an thematischen Leseempfehlungen.


5. Macht euch locker

Was tun, wenn die besten Bemühungen scheinbar keine Früchte tragen? Wenn euer Kind keine Lust auf Lesen hat? Eines steht fest, mit Druck lässt sich kein Interesse erzeugen. Lebt es weiter vor, macht Angebote, gebt Anregungen und lest gemeinsam. Der Rest kommt in aller Regel von selbst. Übrigens, sogar bei mir gab es in der Jugendzeit eine Leseflaute, von der ich mich später wieder erholt habe. Interessen unterliegen Veränderungen, entwickeln sich ganz individuell und können nur aus eurem Kind selbst entstehen.


Zum Schluss kommt hier, wie angekündigt, mein ultimativer Praxistipp. Auch wenn es lustig aussehen mag – beim Lesen im Dunkeln habt ihr mit einer Stirnlampe die Hände frei, sei es zum Halten des Buches, Umblättern oder Kuscheln mit euren Kindern. Probiert es einfach mal aus!


Eins noch - ein großes Dankeschön gilt der lieben Judith "Sympatexter" Peters, die mir mit ihrer Boom Boom Blog Challenge den Weg zum Bloggen geebnet hat.